Internationaler Hutzenabend bei angeblichen Rassisten

Hutzenabend

Am 10.12.2016 fand unser erster Hutzenabend in unserem Vereinsheim statt. Zu diesem Anlass begrüßten wir internationale, teils muslimische Gäste aus Pakistan und China. Sie alle studieren an der Hochschule in Mittweida. Vermittelt wurde der Kontakt durch Studenten, welche wiederum Kinder von Vereinsmitgliedern sind. Im Vorfeld wurde den Gästen erklärt, wer wir sind, was wir wollen und wo wir unsere Ziele sehen. Überraschender Weise hatten die ausländischen Studenten Verständnis dafür, aber auch keinerlei Berührungsängste mit den, von Presse und Linken/Grünen so genannten „Nazis“, „Rassisten“ und „Rechtsextremen“.
Bei Stollen und selbstgebackenen Plätzchen, bei Glühwein und Tee wurde gelacht, gesungen und gebastelt. Neben deutschen Liedern wie „O Tannenbaum“ und „s’Rachermannel“ erklangen auch Lieder aus Pakistan und China. Interessiert wurde die erzgebirgische Tradition durch die Studenten aufgenommen und es wurde nachgefragt, nach dem traditionellen Hintergrund des „hutzens“ im Erzgebirge.


Aber auch ernsthafte Themen wurden angeschnitten. So beklagten, speziell die Studenten aus Pakistan, dass ihnen im alltäglichem Leben teilweise mit Misstrauen begegnet wird, was sie auf die Flüchtlingskrise und die Masseneinwanderung zurückführen. Ebenfalls kritisierten sie die kriminellen Zuwanderer. Sie machen diese für das Misstrauen gegenüber ausländischer und muslimischer Studenten und Touristen verantwortlich.
Sie selbst jedoch sind glücklich und Dankbar in Deutschland studieren zu können, freuen sich aber auch, ihr erlerntes Wissen später in ihren Heimatländern anwenden zu können. Auch können sie uns Deutsche schwer verstehen, wie wir uns an Einwanderer anpassen. Ihrer Meinung nach, müssten sich Ausländer die in Deutschland leben an Deutschland anpassen, nicht umgekehrt. Im Laufe des Abends wurden auch Unterschiede in der kulturellen Lebensweise der verschiedenen Völker diskutiert. So war unter anderem die Mehrfrauenehe ein Thema. Wir konnten Interessantes dazu erfahren. So werden in Pakistan die erste Ehefrau von den Eltern vereinbart, weitere Ehefrauen können die Männer dann selbst entscheiden.

Gegen 23:00 Uhr wurden die Gäste durch uns herzlichst verabschiedet und es gab eine Gegeneinladung durch die Studenten nach Mittweida zu einer Wiederholung des Abends. Die Studenten betonten, sie hätten das erste Mal richtig einen Abend mit Deutschen genossen.

* Der Hutzenabend ist seit Jahrhunderten ein traditionelles Treffen von Freunden und Nachbarn im Erzgebirge. Gemeinsam wird  gegessen und getrunken. Das Singen von erzgebirgischen und weihnachtlichen Liedern, sowie das Geschichten erzählen ist typisch für diese Abende. Hutzenabende (erzgebirgisch auch „Hutznohmd“) wurden ursprünglich von den Frauen der Bergarbeiter ins Leben gerufen. Der Begriff „Hutzen“ bedeutet dabei so viel wie „zusammenrücken“. Während die Frauen meist klöppelten, schnitzten die Männer Figuren, die auch heute noch typisch in der erzgebirgischen Weihnachtszeit sind.

 

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